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 Face Equality on Film Campaign

 

 

 

Haben Sie gedacht Leo wäre unheimlich? Ein Bösewicht? Ein Stalker? Meistens geschieht es unbewusst: Ein neuer Charakter mit einer grossen Narbe im Gesicht betritt die Filmszene und das Publikum geht automatisch davon aus, dass er ein Bösewicht ist. In vielen Filmen – insbesondere in Trickfilmen, Märchen oder Kinderfilmen – sind Figuren mit einer körperlichen Auffälligkeit, wie beispielsweise eine Narbe oder ein Geburtsmal im Gesicht, oftmals diejenigen mit unerwünschten Eigenschaften oder Verhaltensweisen.

 

Die „Face Equality on Film Campaign“ der britischen Organisation „Changing Faces“ thematisiert genau solche Vorurteile. Sie macht auf den grossen Einfluss aufmerksam, den die Filmindustrie darauf hat, wie Menschen mit Entstellungen wahrgenommen werden.

 

Für Zuschauer sind Narben, Verbrennungen, schlechte Zähne oder andere Entstellungen im Gesicht typische Anzeichen eines bösen Filmcharakters. Das zeigt eine Umfrage von YouGov, einem britischen Meinungsforschungsinstitut. 

 

Die Filmindustrie bedient sich dieser optischen Merkmale, ohne darüber nachzudenken, wie sie sich auf betroffene Personen und deren Leben auswirken könnten. Das Publikum reagiert auf den Bösewicht im Film mit Angst, Furcht oder Abscheu. Das Problem ist nun, dass die Menschen diese Verhaltensweisen auch im realen Leben gegenüber Betroffenen zeigen. Viele Menschen mit einer Entstellung im Gesicht erzählen, dass sie „Narbengesicht“ oder „Two Face“ genannt werden.

 

Die „Face Equality on Film Campaign“ plädiert für einen bewussteren Umgang mit Hautauffälligkeiten in der Filmindustrie. Wieso kann ein Mann mit einer Narbe nicht einen erfolgreichen Geschäftsmann, einen liebevollen Vater oder einen Präsidenten spielen? Der Gedanke liesse sich auch weiterführen und man könnte sich fragen, wieso sehen wir kaum eine Wetterfee oder einen Nachrichtensprecher mit einem Geburtsmal im Gesicht?